nebel

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Der Nebel senkt sich vom Himmel auf die Erde. Die Welt ist in Milch gebadet, Bäume, Häuser-alles wirkt plötzlich fern.

Die Konturen lösen sich auf, und alles wirkt seltsam, entrückt, irreal.

Die Farben sind pastellen, blass und zart. Wenn die Herbstsonne strahlt, leuchten die bunten Blätter, ja alles, in einer manchmal schmerzhaften Übergenauigkeit. Heute regiert die Zärtlichkeit!

Der Nebel verwischt die Dinge, und hat etwas Tröstendes. 

Ich nehme diese Stimmung an, und in mich auf.

Ich muss heute nicht alles klar sehen!

Ich darf im Nebel wandern, und Nebulöses denken.

Ich kann mich verabschieden von scheinbar klaren Worten, hinter denen sich dichter Nebel wölkt.

Der weiche Nebel darf mich heute umhüllen und umarmen.

Ich darf mich in ihm auflösen!

susanne, 24.10.2019

die hand, die meinen körper berührt, berührt mein leben…

“Die Hand, die meinen Körper berührt, berührt mein Leben”…Aus dem wundervollen Buch “Alles Weh ist Heimweh”, von Dianne Connelly:
“Gandhi hat gesagt: “Arbeit mit den Händen ist eine Lehrzeit der Aufrichtigkeit. Möge die Arbeit deiner Hände ein Zeichen sein der Dankbarkeit und der Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben.”
Mit unseren Händen berühren wir das, was aus dem Universum entstanden ist, das Gefäß für das Leben, die Materie selbst, den Wohnsitz, den Körper.
Der gemeinsame, kollektive, funktionierende “Körper” – ihn lernen wir kennen durch Berühren und Fühlen, durch Untersuchen und Erforschen. Er ist ein grenzenloses Königreich, das wir erforschen und erschließen müssen. Wir beschreiben uns selbst über unseren Körper.
Im Körper haben wir unseren Wohnsitz für den Raum und die Zeit, was wir Leben nennen, unsere Lebenszeit, unsere Zeitspanne.
Alles was wir besitzen, ist ein zu lebendes Leben, und das Transportgefäß für unsere Lebendigkeit ist unser Körper.
Über das Ausmaß meiner Identität mit meinem Körper weiß ich nur wenig – bis ich berührt werde; anwesend in meinem Körper bin ich nur wenig – bis eine Hand auf mich gelegt wird und mich in den “Tempel” ruft, ins Haus meines Selbst, ins Heim meines Geistes, in den Wohnsitz meiner Existenz.
Das Wunderbare eines körperlichen Symptoms ist das Signal, daß es in meinem Körper ist, daß es mich auffordert, berührt zu werden, daß es mich aufruft, mich um meinen Schmerz zu kümmern – über meinen Körper.
Doch die unangenehme Lage meines Körpers deutet stets über sich hinaus.
Die Hand, die meinen Körper berührt, berührt mein Leben.
Mein Körper ist in mir. Ich singe mit ihm, spreche mit ihm, mäste ihn, laß’ ihn abmagern, esse mit ihm, schlafe mit ihm. Ich tue alles, einschließlich “zu sein”, in meinem Körper.
Wenn du also meinen Körper berührst – mein Stück unseres “gemeinsamen Weidelandes” -, trittst du in mein Leben ein, in mein Dasein, in meine Wohnung – gleichgültig, wodurch mich berührst. Eine Berührung schließt immer die Anwesenheit des Körpers ein, meines eigenen und die des anderen.
Berührung macht anwesend.
Ich werde von dir berührt, deine Anwesenheit bewegt mich.”
“…Ich denke an eine aufruhende Hand, in der sich ein Berühren versammelt, das unendlich weit von jeglichem Betasten entfernt bleibt, nicht einmal Gebärde mehr heißen darf…denn diese Hand ist von einem weither und noch weiterhin rufenden Anruf durchtraten, weil aus der Stille zugetragen.” (Martin Heidegger)
(aus: “Alles Weh ist Heimweh”, Dianne Connelly, Verlag Bruno Endrich, copyright 1986 Dianne Connelly, 4. Auflage, 2009. Seite 116/117.)
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duftqigong seminar januar 2020

11.01.-12.01.2020 im ESI München.

Das Duftqigong ist eine leicht erlernbare Qigong-Form, die durch äußere Bewegungen die innere Ruhe fördert. Körper, Geist und Seele werden harmonisiert, und wir fühlen uns ausgeglichen. Verspannungen lösen sich, körperliche Beschwerden werden verbessert.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Teilnehmen können Menschen aller Altersgruppen, auch mit Einschränkungen.

Im Kurs unterrichte ich Duftqigong 1 und 2. 

Ich möchte zwischendurch auch einfache Shiatsu-Begegnungen (Partnerübungen) anleiten, die sich sowohl für Shiatsu Praktiker*innen, als auch für „Anfänger*innen“ eignen. Dabei geht es nicht um „Techniken“, sondern um einfache,  wohltuende Berührungen, die immer gut in unser meist hektisches und „verkopftes“ Leben passen!

Sa, 11.01.2020, 10-18 Uhr

So, 12.01.2020, 10-16 Uhr,

Kosten: 190 Euro

Anmeldung und Info: ESI München, 

http://www.shiatsu.de 

und

bei Susanne Eichhammer, mobil +49 176 21810848, über WhatsApp, oder per Mail, eichhammer@gmx.com.

Susanne Eichhammer:

Shiatsu Praktikerin, Shiatsu- und Qigonglehrerin.

Im Shiatsu streben wir danach, den Lebensfluss unserer Klient*innen in Balance zu bringen. Das gelingt uns besonders gut, wenn wir selbst geerdet und zentriert sind. Qi Gong kann uns dabei helfen.

Shiatsu und Qigong haben dieselben Wurzeln. Hier wie dort kommen wir mit unserem Qi in Kontakt. Wenn ich geerdet und zentriert bin, ganz in mir ruhe, komme ich im Shiatsu mühelos in Resonanz mit meinen Klient*innen. Das sind die fast magischen Augenblicke, wo ich das Qi spüren und sehen kann, wo nichts mehr „getan“ werden muss, ich einfach da bin, und staune. Qigong ermöglicht diese Entwicklung, und unterstützt uns auch auf diesem Weg.

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kraftplatz

Qigong an einem wunderschönen Platz im Englischen Garten. Ein Kraftplatz, mitten in berührter, doch auch unberührter Natur. Beim Qigongüben schöpfe ich Kraft, erde mich, und komme zu mir. In dem Sinne, als das alles, was auf mich am Tag einströmt zur Ruhe kommen kann. Die Zentrierung bringt wieder ins Lot, und mich zu mir.

abenteuer deutschland

Abenteuer Deutschland! Streunern und unter freiem Himmel schlafen, ohne Zelt, mit drei Shiatsukolleginnen.
Nach dem Shiatsufestival bietet Cordula Töpfer eine Wanderung Richtung Edersee an. Wir starten bei den Helfensteinen bei Zierenberg (Kassel), und laufen auf dem „Habichtswaldsteig“ bis Waldeck und zum Edersee.
70 km wandern in dreieinhalb Tagen, auf einem wunderschönen romantischen Wanderpfad (premium!).
Zum Übernachten suchen wir uns Schutzhütten, oder andere gute Plätze auf dem Weg, und schlafen in unseren Schlafsäcken unter freiem Himmel. Die Märchen der Gebrüder Grimm, die hier gelebt haben, sind allgegenwärtig. Wir gehen durch sagenhaft schöne und abwechslungsreiche Landschaften.
Es geht dabei nicht um das Erreichen von bestimmten Zielen, sondern um das Gehen selbst, um die Verbindung zur Natur.
Durch das Gehen sind wir so langsam, dass wir alle Details gut wahrnehmen können.
Viele wunderbare Pflanzen und Bäume begegnen uns:
Johanniskraut, Kornblumen, Lupinen, Calendula, Sonnenblumen, Kamille, und immer wieder riesige Getreidefelder und große Buchenwälder, und ein riesengroßes Mohnblumenfeld.
Reife Himbeeren, und ein großer Kirschbaum mit schwarzen Früchten am Wegesrand.
Eine wundervolle riesige alte Eiche!
Auf dem gesamten Weg begegnen wir nur einer anderen Wanderin, einer jungen Frau, die sich uns für einen Tag und eine Nacht anschließt, und die wir immer mal wieder treffen.
Der Weg ist sehr gut gekennzeichnet, und so können wir uns ganz dem Wandern hingeben. Wir gehen schweigend, oder sprechen und lachen miteinander, machen in Pausen Qigong oder Yoga, oder behandeln uns gegenseitig.
Wir haben Wasser und einfache Tütennahrung dabei, die wir auf dem Campingkocher zubereiten können. Einmal gehen wir in ein Restaurant, dass auf dem Weg liegt. Scheinbar! Denn die Wegmarkierung ist wohl falsch, und wir suchen eine Stunde!
In der ersten Nacht finden wir eine Schutzhütte am Silbersee, mit großer Feuerstelle, die wir auch gerne benutzen. In der zweiten Nacht sind wir auf der Burgruine Falkenstein, da uns niemand in seiner Scheune schlafen lässt. Der Hügel auf dem Reste der Burg sind, und alte Bäume, ist ein sehr einsamer, sehr kraftvoller Ort, der etwas Beschützendes ausstrahlt. In der dritten Nacht schlafen wir in einer kleinen Holzhütte am Rand eines Sees, eine Vogelbeobachtungsstation, nahe Naumburg.
Am nächsten Tag erreichen wir Waldeck am Edersee.
Es ist ein sehr heißer Tag, und wir freuen uns nach dem beschwerlichen und steilen Abstieg, im See baden zu können.
Diese Schlafplatzsuche gestaltet sich an diesem künstlich angelegten See mit steilen Buchenwäldern als sehr schwierig, und wir sind schon nahe dran, ein Zimmer zu nehmen.
Zum Glück hat Cordula noch die Kraft, zum „Jägerheim“ zu gehen, und die Familie dort zu fragen, ob wir dort im Garten am Waldrand schlafen können. Sie haben nichts dagegen, und wir schlagen unter einer Gruppe von Buchen unser Lager auf.
Da beginnt es zu regnen.
Wir sind erstmal etwas nervös, ob wir trocken bleiben. Ich bin unruhig, da um uns herum vermutlich Mäuse ihr Unwesen treiben. Sie rascheln im Buchenlaub. Außerdem habe ich Geschichten unserer Mitwanderin von frechen Waschbären gehört, die in Wohnwägen eindringen, und Kühlschränke knacken. Ob sie an unsere Käsereste vom Abendessen ranwollen?
Auch ein größeres Tier läuft vorbei, was mag das gewesen sein?
Dennoch schlafe auch ich irgendwann ein, im Vertrauen, dass wir vier hier beschützt sind.
Wie durch ein Wunder dringt trotz stundenlangem Regen kaum ein Tropfen zu uns durch!
Am nächsten Morgen sagt Cordula, dass sie viel gebetet habe.

Neben den schönen Gesprächen auf dem Weg, dem ruhigen Rhythmus unserer Schritte, den beeindruckenden Landschaften und Schlafplätzen, sind es vor allem diese Geschehnisse, die mich sehr beeindruckt haben.
Ich hatte kein Schreibheft, und keinen Stift dabei. An einer Wegstelle sehe ich eine Art Geldbörse auf dem Boden liegen. Es stellt sich als altes Plastikmäppchen mit Schreibblock mit Kuli heraus, auf dem ich num beim Warten auf den Zug in Kassel diesen Text schreiben kann.
Als wir neben einer mobilen Schafweide unter Apfelbäumen inmitten weiter Getreidefelder Rast machen, fliegt ein großer Roter Milan nah heran, und kreist zweimal direkt über uns!
Weit hinten sehe ich einen großen Fuchs zu einem Feld streunern, wo er aus meinem Blickfeld verschwindet.
Kurz darauf gehen wir wieder los.
Ich gehe voran, und sehe ihn plötzlich ganz nah, etwas vor mir, wahrscheinlich auf dem Weg zu den Schafen?
Er bemerkt mich, dreht um, und verschwindet geschmeidig im Feld. Ich habe genug Zeit, dieses schöne rotbraune Tier mit dem buschigen Schwanz zu bewundern!

susanne eichhammer, 11.07.2019

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